Ratgeber

Worauf man bei der ersten eigen Wohnung achten sollte, welche Tipps sich anbieten und wo sich Kosten einsparen lassen

Der erste Umzug verklärt sich sicherlich wie vieles nach Jahrzehnten. Demjenigen, dem sich die Herausforderung zum ersten Mal stellt nützt das reichlich wenig. Wie organisiert man das? Wie funktioniert jenes? Neben den Renovierungsstrapazen nervt vor allen Dingen der Papierkram. Das wird leider auch nach dem fünften Umzug noch so sein.

"Mein erster Umzug" klingt ein bisschen wie "Mein erster Kuss" oder "Meine letzten Sommerferien". Damit diese romantisches Flair möglichst lange anhält, dafür haben wir ein paar Profitipps zusammengestellt, die für all jene gedacht sind, die noch keine üppigen Umzugserfahrungen vorzuweisen haben. Dazu gehört die Erläuterung einiger mietvertraglichen Dinge sowie Tipps zum Transport, die in einem "benachbarten" Artikel behandelt werden.

Die Aussicht, endlich in die eigenen vier Wände zu ziehen, weckt in der Regel große Euphorie und hohe Erwartungen. Daher ist es wichtig, einen kühlen Kopf zu behalten und sich gut über diesen wichtigen Schritt im Leben zu informieren. Denn man muß dabei sehr viel beachten und als unerfahrener Mieter darauf aufpassen, daß man die Übersicht behält.

Es empfiehlt sich, ein schriftliches Konzept anzulegen, um Fehlentscheidungen auszuschließen. Dieser Ratgeber beschreibt, worauf geachtet werden muß, und gibt einige Tipps zur ersten eigenen Wohnung.

Die Traumwohnung

Erste eigene WohnungIn Traumwohnungen gibt es meist mehrere Zimmer, eine Bad mit Badewanne, eine separate Küche sowie einen großen Balkon zur Sonnenseite und zur Hofseite hin. Die gesamte Wohnung ist lichtdurchflutet, sauber und die Wände trocken.

Selbstverständlich liegt die Wohnung gleichzeitig nahe beim Stadtzentrum, in der Nähe zum Arbeitsplatz oder der Universität, und im Grünen. Die Verkehrsanbindung ist ebenso hervorragend wie die Einkaufs- und Ausgehmöglichkeiten. Natürlich ist es trotzdem herrlich ruhig in den eigenen vier Wänden, auch wenn man das Fenster aufmacht.

Meistens liegen Traumwohnungen im ersten Stock, damit man nicht zu viele Treppen steigen muß, oder zumindest gibt es einen geräumigen Aufzug für den Umzug. Die Wohnung ist sehr gut schallisoliert. Die Nachbarn sind ebenso nett und tolerant wie der Vermieter. Im Keller oder der Wohnung kann man einen großen Abstellraum mit Sachen vollstellen, die kaum oder nicht gebraucht werden.

Die Fassade des Hauses ist mindestens so schön wie das Treppenhaus. Vor der Tür wartet bereits ein Glasfaseranschluß darauf, daß man sich superschnell mit dem Internet verbindet. Und das alles bekommt man zu einem erstaunlich niedrigen Preis!

Auswahlkriterien für die erste eigene Wohnung

Das Budget für die erste Wohnung ist allerdings ist in den meisten Fällen klein und man muß den einen oder anderen Kompromiß machen. Um zu einer möglichst exakten Vorauswahl zu kommen, muß man die zahlreichen Aspekte der Wohnung gewichten.

Ist man zum Beispiel viel unterwegs, ist die Verkehrsanbindung besonders wichtig. Ist man dagegen viel zu Hause, kann es besonders wichtig sein, daß tagsüber Ruhe herrscht.

Achtung

In großen Städten wird auch noch der letzte Quadratmeter vermietet. Im schönen Licht der Vorfreude sollte man sich nicht mit einem Souterrain- oder sogar Kellerappartement zufrieden geben, da diese oft dunkel und feucht sind. Auch Dachgeschoßwohnungen sind mit Vorsicht zu genießen, zumindest wenn die Fenster zur Sonnenseite liegen. Dann kann es im Sommer drückend heiß werden.

Ein möglicher Anfängerfehler ist es, die bei den meisten professionellen Vermietern anfallende Provision zu übersehen, welche normalerweise 2,38 Kaltmieten beträgt. Bei privaten Vermietern wird dagegen keine Provision fällig.

Zu den eigentlichen Mietkosten kommt ja auch noch die Kaution hinzu, in der Regel zwei bis drei Kaltmieten. Bevor man mit den Besichtigungen beginnt, sollte man sich darüber im Klaren sein, ob ein Vertrag, der eine Mindestmietdauer festlegt (oft ein Jahr) in Frage kommt.

Die Wohnungssuche

Wohnungsssuche TippsDie klassische Methode, auf Wohnungssuche zu gehen, ist der Anzeigenteil der Lokalzeitung. Mittlerweile sollte man aber zumindest parallel im Internet suchen.

Die Anzeigen erscheinen täglich und sind oftmals sogar mit Fotos versehen, so daß man einen genaueren Eindruck bekommt als durch eine Zeitungsanzeige. Am schwarzen Brett der Universität sind einige provisionsfreie Angebote ausgehängt, besonders viele vor und nach den Semestern.

Das Telefonat mit dem aktuellen Mieter oder dem Vermieter

Bereits vor der Besichtigung sollte man am Telefon möglichst viele Fragen klären, damit man sich den Weg zur Besichtigung unter Umständen sparen kann.

Zunächst ist das die Frage, wie hoch die zusätzlich zur Kaltmiete anfallenden Kosten sind (Heizkosten und allgemein anfallende Nebenkosten, wie zum Beispiel für die Müllabfuhr). Dazu kommen dann noch die Stromkosten und die Kosten für Telefon/Internet.

Bereits zu diesem Zeitpunkt sollte man klären, welchen Heizungstyp es in der Wohnung gibt. Nachtspeicherheizungen sind grundsätzlich nicht zu empfehlen, da sie hohe Stromkosten verursachen. Auch die Frage, ob das Mietverhältnis unbefristet ist, kann bereits am Telefon geklärt werden. Je nach Bedarf sollte man sich zudem bereits nach der Art des Internetanschlusses erkundigen.

Die Besichtigung

Wohnungsbesichtigung TippsWichtig ist es, möglichst überpünktlich zu erscheinen und Unterlagen, die die Zahlungsfähigkeit belegen, bereits mit zu bringen. Dies kann auch eine Elternbürgschaft sein, für die es allerdings meist eigene Formulare seitens des Vermieters gibt.

Schimmel ist keine Seltenheit, aber oftmals nicht auf den ersten Blick zu erkennen, besonders da er sich in der warmen Jahreshälfte zurückbildet. Daher muß man die Wände genau untersuchen, um auszuschließen, daß die Gesundheit angegriffen wird. In gut zu lüftenden Wohnungen hat man in der Regel nichts zu befürchten.

Ist die Wohnung renovierungsbedürftig, klärt man die Frage der Zuständigkeit am besten gleich bei der Besichtigung, um sich darauf einstellen zu können. Die eventuelle Schönheit der Fassade des Hauses und des Treppenhauses sind zwar augenfällig, aber insgesamt zweitrangig.

Der Vertragsabschluß

Sobald man sich für eine Wohnung entschieden hat, sollte man sich den Zuschlag möglichst schnell sichern. Bevor man seine Unterschrift unter den Vertrag setzt, sollte genau festgelegt sein, ob und wann (bei Einzug oder Auszug) man Renovierungen durchführen muß. Man sollte sich bei dieser Gelegenheit versichern, daß die Heizungsanlage des Hauses regelmäßig gewartet wird.

Die Wohnungsübergabe

Bei der Wohnungsübergabe wird ein Wohnungsübergabeprotokoll erstellt, das über den Zustand der Wohnung Aufschluß gibt und die Absicherung gegen eventuelle zukünftig anfallende Kosten, etwa für Reparaturen, darstellt. Fällt nach der Übergabe noch etwas auf, teilt man dies dem Vermieter am besten unverzüglich mit.

Zusammenfassung

Es ist ratsam, die Ansprüche an die erste eigene Wohnung einzugrenzen, und ebenso rechtzeitig wie gründlich zu suchen. Um die Suche möglichst effizient zu gestalten sind eine gute Planung und ein klarer Kopf notwendig. Eine so wichtige Entscheidung darf man in keiner Phase überhastet angehen. Faustregel: Lieber etwas länger suchen und vergleichen als in der Vorfreude und Unerfahrenheit zu große Kompromisse machen.