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Das sollte bei der Übernahme von Wohnungseinrichtung beachtet werden

Nicht jeder Umziehende kann alle Arbeiten an Profis vergeben oder mal eben eine komplett neue Wohnungseinrichtung für die neue Wohnung erwerben, weil man sich am bisherigen Mobiliar einfach satt gesehen hat. Luxus-Möbelstücke, eine neue Einbauküche und hochwertige Elektrogeräte – häufig bleibt nichts anderes übrig, als nach und nach Käufe zu tätigen und die Wohnung auf diesem Wege wunschgemäß einzurichten.

Im Rahmen der Wohnungsbesichtigung der zukünftigen Traumwohnung begegnet manchem Wohnungssuchenden das eine oder andere, was man selbst gern besitzen würde. Mit etwas Glück sind Vermieter oder Vormieter nur zu gerne bereit, einzelne Elemente oder ganze Stücke an den neuen Mieter abzutreten. Allzu voreilig sollten sich Interessenten in solchen Fällen aber nicht mit den genannten Preisen für die Küchenzeile, die Kochnische oder andere Dinge zufrieden geben.

Interesse nicht zu deutlich anmerken lassen

Möbel übernehmenWie in fast allen Lebenslagen lohnt es sich, Tipps von Experten und anderen Umziehenden zu beherzigen, bevor man sich zum Handschlaggeschäft bereiterklärt. Der erste wichtige Hinweis vor dem Kauf: So groß die Begeisterung auch sein mag. Die beste Verhandlungsgrundlage ist ein Pokerface. Andernfalls treibt man im Grunde selbst den Preis in die Höhe.

Wer ein Handy mit Internetzugang sein Eigen nennt, kann auf diese Weise bei Geräten oder Möbeln direkt gezielt online nach den Neupreisen Ausschau halten. Das Wissen um die tatsächlichen aktuellen Verkaufspreise und die Herstellerangaben ist ein wesentliches Element, um in Verhandlungsgesprächen sicher auftreten zu können. Beide Punkte erlauben Käufern in spe den Preis zu drücken, um nicht zu viel zu zahlen.

Qualitätskontrolle vor Übernahmegeschäft einfach unverzichtbar

Natürlich gilt es im gleichen Maße, das Objekt der Begierde auf Herz und Nieren zu prüfen. Dazu gehört es selbstredend, nicht nur auf die Optik zu achten. Wenngleich dies bei normalen Möbelstücken mitunter ausreichend sein kann. Wird eine Küche samt Ofen und Herd erworben, muss auch die Elektronik getestet werden.

Sonst gilt vielfach das Motto „gekauft wie gesehen“. Geht dann doch unerwartet etwas kaputt, bleibt nur ein erneuter Kauf, so dass die Ausgaben letztlich sogar höher ausfallen als beim direkten Neukauf. Generell muss der Zustand von Elektrogeräten besonders ausführlich  kontrolliert werden. Schon kleinere Fehler können sich als zusätzliches Instrument zur Preisdrückerei genutzt werden. Auch in Fällen, in denen die Technik an sich stimmt, können optische Mängel Einfluss auf den Preis nehmen.

Neupreis und Restwert via Internet in Erfahrung bringen

Tipp: Ist der Neupreis der begehrten Gegenstände nicht bekannt oder aufgrund eines höheren Alters nicht mehr in Erfahrung zu bringen, können die Verkaufspreise für vergleichbare Produkte im Handel Aufschluss geben. Lohnend ist so oder so ein hohes Maß an Verhandlungsbereitschaft, Selbst wenn es vielen Menschen schwer fällt, weil sie nicht mit einer „Basar-Mentalität“ gesegnet sind. Sparen wollen, heißt entschieden aufzutreten und den Mut zum Verhandeln mitzubringen. Auf Basis des Alters und des Zustandes kann nachfolgend der Restwert ermittelt werden.

Das Internet bietet sich als Medium an, um in Erfahrung zu bringen, wie sich der Zeit- oder Restwert anhand des Neupreises herunterrechnen lässt. Auch die Lektüre von artverwandten Gebraucht-Angeboten in Online-Shops oder Auktionsportalen kann als Hilfestellung zurate gezogen werden.

Andere Käufer an besagten Stellen haben sich ihrerseits mit der Frage nach realistischen Preisen beschäftigt, so dass sich beim Vergleich mehrerer Verkäufe rasch ein annehmbarer Durchschnittswert angibt.

Verhandlungsfähigkeit A und O für Nachmieter

Möbel ÜbernehmenBeim Verhandeln über die Möbel- und Geräte-Übernahme sollten Interessenten eine goldene Regel beachten: Sie sollten niemals das erstbeste Angebot des bisherigen Eigentümers annehmen. Man selbst wird beim Feilschen logischerweise einen Preis unterhalb der Summe nennen, die man tatsächlich zu zahlen bereit ist. Verkäufer wiederum setzen ihre Beträge höher als die Preise an, die sie zu erzielen hoffen. Aus Sicht beider Verhandlungsparteien sollten die Schritte in Richtung Einigung nicht zu üppig ausfallen.

Experten können wichtige Hinweise zu Wert und Zustand geben

Gerade unerfahrene Personen sollten bei Elektrogeräten zur Vorsicht neigen. Ein Fehler bei der Einschätzung des Zustandes und des Restwertes hat finanzielle Konsequenzen. Finden sich Handwerker, Elektrotechniker oder Technik-Fans im Freundes- oder Bekanntenkreis, ist es ratsam, diese um eine Prüfung des Zustandes zu bitten, bevor man zuschlägt und dabei die sprichwörtliche Katze im Sack erwirbt. Verhindern lässt sich dank der Rückendeckung durch Spezialisten zudem, dass Verkäufer preislich über das Ziel hinausschießen. Erkennbarer Sachverstand senkt das Risiko allzu großen Übermuts der Anbieter.

Bedenken sollten neue Mieter im Rahmen einer Übernahme-Verhandlung noch einen weiteren Aspekt: In vielen Fällen können die Verkäufer den Abnehmern sogar für den Kauf dankbar sein. So ersparen sie sich die vielleicht sogar kostenpflichtige Entsorgung alter Möbelstücke oder Elektrogeräte. Denn im Rahmen eines Umzugs wird vieles entsorgt und durch neue Gegenstände ersetzt. Weiterhin gilt: Viele Geräte neueren Baujahres verlieren nach Aussagen von Experten schon im Moment der Auslieferung oder der Mitnahme aus dem Geschäft rund ein Drittel ihres Wertes.

Möbelübernahme als Pflicht von Vermieterseite

Küche vom Vormieter übernehmenKomplizierter kann es übrigens werden, wenn explizit möblierte Zimmer oder Wohnungen angemietet werden. Auf den ersten Blick mag man sich fragen, warum Mieter einen Vertrag für eine bereits möblierte Wohnung unterschreiben sollten, wenn das vorhandene Mobiliar nicht dem eigenen Geschmack gerecht werden kann.

Die Antwort: Vielleicht handelt es sich schlichtweg um die Traumwohnung, so dass die Mieter in spe die Einrichtungsübernahme in Kauf nehmen. Auch hier lohnt nach eingehender Prüfung des Zustandes der Versuch, im eigenen Sinne etwas am Preis zu drehen. Sollen die Möbel komplett oder anteilig später nicht genutzt werden, können sie – sofern nicht eingebaut – im Keller oder andernorts untergebracht werden.

Möglichkeit zur Erstattung bei nachweislich zu hoher Zahlung

Die Angst, bei der Übernahme von Küche und Co. aus Unwissenheit auf massiven Preiswucher hereinzufallen, der sich nicht mehr beheben lässt, ist aus juristischer Sicht unbegründet. Schon vor Jahren hat der Bundesgerichtshof ein entsprechendes Urteil (Aktenzeichen VIII ZR 212/96) gefällt, das Mieter gegen zu hohe Ablösevereinbarungen schützen soll.

Und auch das Bürgerliche Gesetzbuch sichert Mieter für einen Zeitraum von drei Jahren gegen zu hohe Ablöseforderungen ab. Der Übernahmepreis darf den momentanen Zeitwert der Gegenstände um höchstens 50 Prozent übertreffen. Höhere Summen können auch später noch im Rahmen der Frist zurückgefordert werden. Wenn der Fehler auffällt. Und hier zeigt sich das Dilemma.

Unbedingt Verträge zum Verkauf abschließen

Denn der Nachweis einer Preisüberhöhung gestaltet sich besonders für Laien ausgesprochen schwierig, weil auch die Zeitwertbestimmung kompliziert ist.  Nochmals sei darauf hingewiesen, dass man sich am besten im Beisein erfahrener Personen zunächst einen Eindruck vom Zustand machen sollte. Weiter spielen das Alter der angebotenen Gegenstände und eben der Neupreis für die Berechnung des Zeitwerts eine Rolle.

Um später nicht mit leeren Händen dazustehen, falls sich zeigt, dass überteuerte Möbel, Elektrogeräte und andere Dinge erworben wurden, sollten die Daten schriftlich fixiert und im besten Fall von Zeugen bestätigt werden. Andernfalls ist die Beweisführung erwartungsgemäß fast nicht möglich, wenn der Vorbesitzer den Vorwurf von sich weist. Der Verzicht auf einen ordentlichen Vertrag wäre also ein gravierender Fehler.

Alles in allem gibt es also eine ganze Reihe von Vorkehrungen, die Nachmieter treffen können, um nicht mehr Geld als nötig für Dinge auszugeben, die sie vom Vormieter oder dem Vermieter übernehmen. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Mancher Mangel zeigt sich erst bei genauerer Betrachtung. Ansonsten kann nur nochmals gesagt werden, dass nur derjenige sparen und gute Preise erzielen kann, der den Mut zum Verhandeln mitbringt. Mehr als scheitern kann ein Geschäft schließlich nicht.