Umzugstipps

Kostenerstattung durch das Arbeitsamt – Voraussetzungen, die das Jobcenter für die Übernahme stellt

Der Umzug in eine neue Wohnung ist eine teure Angelegenheit. Empfänger von Arbeitslosengeld, und hier besonders Hartz IV-Empfänger, sind meist nicht in der Lage, die Kosten für ein Umzugsunternehmen, für Renovierungsarbeiten oder für eine Kaution aus eigener Kraft zu übernehmen. Hier besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit einer Erstattung der Umzugskosten durch die Agentur für Arbeit.

Die Größe der Wohnung muss angemessen sein

Umzugskosten ARGEEmpfänger von Arbeitslosengeld II, also Hartz IV, können von ihrem zuständigen Arbeits- oder Sozialamt dazu aufgefordert werden, umzuziehen, wenn die bestehende Wohnung zu groß oder zu teuer ist. In diesem Fall übernimmt der Leistungsträger die sogenannten Wohnungsbeschaffungskosten in voller Höhe.

Das heißt, berechnete Kosten sowie notwendige Renovierungsarbeiten müssen vom zuständigen Amt übernommen werden. Anders verhält es sich, wenn der Mieter den anstehenden Umzug selbst verschuldet hat. In diesem Falle wird eine Kostenübernahme normalerweise nur als Darlehen gewährt. Eine Mietkaution wird grundsätzlich als Darlehen gewährt, das jedoch erst dann zurückgezahlt werden muss, wenn der Leistungsempfänger wieder Arbeit hat.

Umzugskosten Erstattung Arbeitsamt Jobcenter

Eine bisher angemessene Wohnung kann allerdings auch zu klein werden. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn eine Familie Nachwuchs bekommen hat. Als Maßstab dienen hier Wohnungsmindestgrößen, die zum Beispiel bei einem dreiköpfigen Haushalt zwischen 70 und 75 Quadratmetern liegen. Ist die alte Wohnung zu eng geworden, werden auch in diesem Fall die Umzugskosten in eine neue Wohnung erstattet.

Ohne pünktliche Ummeldung gibt es keine Leistungen

Egal, ob Arbeitslosengeld oder Hartz IV: Wer für das Arbeitsamt postalisch nicht zu erreichen ist, steht auch nicht mehr für die Vermittlung zur Verfügung und verliert damit seinen Leistungsanspruch. Um das zu vermeiden, ist es unerlässlich, bei einem Wohnungswechsel spätestens eine Woche vor dem Umzug das Arbeitsamt zu informieren.

Ist nach dem Umzug eine andere Arbeitsagentur zuständig, sollte man sich auch dort so früh wie möglich melden, damit die Leistungen ohne Unterbrechung weiter gezahlt werden können. Auch das Ummelden beim zuständigen Einwohnermeldeamt sollte nicht vergessen werden; die zuständige Agentur für Arbeit wäre sonst berechtigt, gezahlte Leistungen zurück zu fordern.

Wie viel Umzugskosten übernimmt das Jobcenter?

Ein neuer Arbeitsplatz, aber kein Geld für die Kosten?

Eine neue Arbeitsstelle ist gerade in der heutigen Zeit häufig mit dem Umzug in eine andere Stadt verbunden. Empfänger von Arbeitslosengeld oder Hartz IV sind vor allem nach längerer Arbeitslosigkeit gerne bereit, für die Aufnahme von Arbeit umzuziehen. Wovon aber sollen sie die anfallenden Umzugskosten bezahlen? Auch hier gilt: Unter bestimmten Voraussetzungen erstattet das zuständige Arbeitsamt die anfallenden Kosten.

Umzug ArbeitsamtHandelt es sich beim neuen Arbeitsplatz um eine sozialversicherungspflichtige Stelle und liegt ein unterschriebener Arbeitsvertrag vor, prüft das Arbeitsamt zuerst, ob ein Umzug überhaupt notwendig ist. Ist die neue Arbeitststelle in einer zumutbaren Zeit beispielsweise mit dem Zug erreichbar, gilt ein Umzug als nicht zwingend notwendig. In diesem Fall wird die Übernahme von Umzugskosten abgelehnt. Der tägliche Fahrweg zwischen Wohnung und Arbeitsplatz muss mehr als 2,5 Stunden betragen, damit die Kosten für einen Umzug erstattet werden.

Das Arbeitsamt zahlt nur die reinen Kosten

Ist ein Umzug notwendig, muss der Agentur für Arbeit der Mietvertrag für die neue Wohnung vorgelegt werden sowie mindestens drei Kostenvoranschläge von Umzugsunternehmen. Das Arbeitsamt übernimmt nur die reinen Kosten, also die Kosten für den Umzug von der alten in die neue Wohnung einschließlich des Be- und Entladens des Umzugsgutes.

Das Packen der Kartons und der Abbau von Möbeln werden ebenso wenig übernommen wie die Kosten für Umzugskartons. Man sollte seinen Umzug also gut organisieren, damit so wenig zusätzliche Kosten wie möglich entstehen. Die Kosten für Renovierungsarbeiten und Mietkaution werden in Form eines zinslosen Darlehens gewährt.

Umzugsangebote für Jobcenter kostenlos anfordern

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Grundlage für die Übernahme von Umzugskosten durch das Jobcenter ist das Sozialgesetzbuch, das die Grundsicherung für Arbeitssuchende regelt. Das SGB, § 22 umfasst viele Wohnbereiche der Unterkunft und der Heizung. Im Rahmen bestimmter Vorgaben sind auch Umzugsfinanzierungen durch das Arbeitsamt möglich. Die Voraussetzungen sind so individuell wie die Höhe der ggf. zu bewilligenden Beihilfen. Allgemeine Aussagen hierzu können kaum getroffen werden.

In jedem Fall ist ein Wohnungswechsel immer zuerst mit dem Jobcenter abzustimmen, ansonsten könnten empfindliche finanzielle Nachteile für den Betroffenen entstehen. Das gilt sowohl für den Abschluss eines neuen Mietvertrags als auch für die Kostenübernahme der Umzugsaufwendungen im Fall von ALG II. Leistungssachbearbeiter beurteilen die individuelle Situation des Leistungsempfängers.

Je besser der Antragsteller auf die Beantragung vorbereitet ist, umso besser sind seine Aussichten den Antrag bewilligt zu bekommen. Vor diesem Hintergrund empfiehlt es sich den Antrag gleich von vornherein möglichst stichhaltig und konkret zu begründen. Darüber hinaus bewährt es sich in der Praxis sogleich eine kostenlose Kostenberechnung der wahrscheinlichen Transportkosten vorzulegen.

Tipp aus der Praxis:

Diese Kostenvoranschläge (in der Regel werden mindestens 3 angefordert) dienen der Verwaltung als Berechnungsgrundlage. Eine gewissenhafte Vorbereitung lässt die Chancen einer Beihilfe steigen und die Anforderung von Umzugsangeboten ist für den Antragsteller kostenfrei und unverbindlich. Wie viel Umzugsbeihilfe letztlich gewährt wird, ist von der Entscheidung des Sacharbeiters abhängig.

Keine Kostenerstattung bei Umzügen aus privaten Gründen

Natürlich haben auch Empfänger von Arbeitslosengeld das Recht auf Freizügigkeit. Sie können jederzeit aus persönlichen Gründen ihre Wohnung und ihren Wohnort wechseln. Halten sie sich dabei an die aufgeführten Regeln, verlieren sie nicht ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Hartz IV-Leistungen.

Liegen allerdings keine triftigen Gründe für einen Umzug vor, werden die Kosten für den Umzug vom Arbeitsamt nicht übernommen und müssen aus eigener Tasche bezahlt werden. Deswegen sollte sich jeder Arbeitssuchende gründlich überlegen, ob der gewünschte Umzug wirklich nötig ist oder ob er damit nicht besser warten sollte, bis er wieder eine Arbeitsstelle hat. Denn ein Umzug kann sehr schnell eine teure Angelegenheit werden.

Erstattung Umzugskosten

Erstattung Umzugskosten

Voraussetzung für die Erstattung der Umzugskosten, die nach der Erfüllung der Berechtigungsgrundlagen nachzuweisen sind, ist die Vorlage von drei Kostenvoranschlägen von günstigen Umzugsunternehmen aus der Region.

Per Umzugsangebot können die Angebote kostenlos eingeholt werden. Online gibt man zu diesem Zweck die wesentlichen Kostenposten ein und darf unter bestimmten Voraussetzungen auf eine Erstattung der Kosten hoffen.

Voraussetzungen einer Kostenübernahme

Voraussetzungen einer Kostenübernahme

Welche Voraussetzungen für Hartz-4-Empfänger erfüllt sein müssen, um die Umzugskosten erstattet zu bekommen, haben wir übersichtlich und leicht verständlich zusammen gefasst.

Grundsätzlich gilt: Wer die Herausforderungen eines freiwilligen Umzugs aus körperlichen Gründen nicht persönlich bewältigen kann, sollte vorab Umzugsangebote einholen. Das Jobcenter vergleicht diese Angebote und bewilligt in der Regel den günstigsten Kostenvoranschlag.

Kosten Kalkulation

Eine Kostenkalkulation kann man auf vielfältige Art und Weise bewerkstelligen. Hier finden sich nützliche Tipps.

Die Kostenkalkulation eines Privatumzugs kann eine komplexe Angelegenheit werden. Leicht werden nennenswerte Posten übersehen oder entscheidende Kostenpunkte zu gering angesetzt.

Zumindest die Transportkosten lassen sich recht zuverlässig im Vorfeld ermitteln. Dabei helfen z. B. Umzugsberater in der jeweiligen Region, die die individuellen Wohngegebenheiten aufnehmen und den Aufwand aufgrund von Erfahrungswerten recht treffsicher einschätzen können.

Umzugskosten sparen

Geld sparen beim Privatumzug

Schön, wenn das Jobcenter eine finanzielle Beihilfe bewilligt. Umzuziehen ist trotzdem eine kostspielige Angelegenheit und wer ein bisschen Zeit und Muße zu investieren bereit ist, kann ggf. ungeahnte Sparpotentiale erschließen.

Viele Leute machen sich im Vorfeld leider zu wenig Gedanken über die Umzugsfinanzierung und dann ggf. auf ein Darlehn des Arbeitsamtes angewiesen. Das ist nicht schlimm, doch lässt sich mit einer vorausschauenden Planung u. U. verhindern.

Die Umzugsfinanzierung durch das Arbeitsamt hat übrigens nicht gemeinsam mit der Umzugsfinanzierung, die von Kreditinstituten angeboten wird.