Marktstudie der Umzug-AG gibt Aufschluss über Umzugsverhalten

Auszug und Einzug sind für Bundesbürger Chefsache

Die „Umzugsstudie Deutschland 2014“ weist aus, dass hierzulande 9,39 Millionen Personen jährlich umziehen. Das entspricht einer Umzugsquote von 14 Prozent. 5,93 Millionen Haushalte wechseln jährlich die Wohnstätte. Jeder zweite Umziehende ist zwischen 20 und 39 Jahre alt. 1,33 Millionen Personen sind mehr als einmal umgezogen. Das Umzugsverhalten wurde von der Umzug-AG untersucht, einem Institut für Umzugsmarktanalysen. Beteiligt an der Studie waren die Telekom Deutschland sowie das Handwerkerportal MyHammer.

Hauptmotivation des Umzugs ist für fast jeden Zweiten der Wunsch nach Optimierung seiner Wohnverhältnisse (47%). 16% sind mit einem Partner zusammengezogen, 15% nennen berufliche Neuorientierungen als Grund und 6% die Trennung von Partner/Familie. Den Auszug aus dem Elternhaus geben weitere 6% an.

Planungshorizonte

Umzugsstudie FaktenDas Gros der Umziehenden plant den Wohnungswechsel 1 bis 3 Monate vor dem Umzugsdatum (44%) gefolgt von 2-4 Wochen (29%). 16% gaben an, den Umzug eher kurzfristig anzugehen, nämlich höchstens 2 Wochen vor dem Umzugsdatum.

„Sehr gut“ sind 29% mit der Planung und Reservierung eines geeigneten Umzugswagens zufrieden. Die Note „gut“ vergaben hier immerhin 46%.

Jeder fünfte hat die Durchführung des zurückliegenden Umzugs zu spät vorgenommen. 13% zeigen sich mit der Durchführung der Wohnungsräumung bzw. Wohnungsübergabe unzufrieden.

Ganz allgemeinen Verbesserungsbedarf sehen die Befragten beim nächsten Umzug in folgenden Disziplinen: 39% „zeitliche Planung“, 35% „Renovierung beim Aus- oder Einzug“, 18% sind bereit den Kündigungsprozess zu verbessern, logistische Probleme sowie eine verbesserte Umzugsfinanzierung geben jeweils 16 Prozent an.

Wer Umziehende treffen will, könnte sich in Baumärkten umsehen: 3-5 mal sind knapp ein Drittel bereits im Zeitraum von drei Monaten vor dem Umzugstag dort anzutreffen. Die Quote bleibt auch hoch, wenn der Auszug bereits Wochen zurückliegt. 30% suchten einen Baumarkt 3-5 mal bis drei Monate nach dem Umzug auf. 22% waren gar 6-10 mal vor Ort und erstaunliche 8% sogar 11-15 mal im Zeitraum drei Monate nach dem Einzug.

Ummeldungen und Adressaktualisierungen

14% der Befragten haben Aspekte des Ummeldens bei Meldeämtern weniger gut geplant. 77% gaben „gut“ oder sogar „sehr gut“ an. 16% räumen ein, die Adressaktualisierung beim Beitragsservice „weniger gut“ vorgenommen zu haben.

Die Ummeldungen des Telefon- und Internet-Anschlusses klappen bei vielen reibungslos. 42% zeigen sich zufrieden mit dem Anschlusswechsel, weitere 33% werten ihn sogar als „sehr gut“.

In punkto Anbieterkündigung veranlasst durch den Ortswechsel liegen Energieanbieter an der Spitze mit Strom (37%) und Gas (19%). Die Bank bzw. das Kreditinstitut wechselten 9% und das Versicherungsunternehmen 10%.

Informationsquellen

Umzugsstudie Fakten 2Webinhalte stehen bei Umziehenden hoch im Kurs. Bei der Umzugsvorbereitung geben 13% an, das Web mehrmals täglich für geeignete Informationen zu nutzen. 25% nutzen es mindestens einmal am Tag für die Planung und 2-3 mal in der Woche greifen 32% der Umzügler auf die Unterstützung des World Wide Webs zurück.

Dreiviertel aller Befragten bedienen sich hierbei der Dienste durch einschlägige Suchmaschinen, wie Google. Eine Überraschung ist die Bereitschaft sich persönlich vor Ort zu informieren. Ebenfalls jeder Zweite sucht vor dem Umzugstag die Stadt bzw. Ort auf, um am künftigen Wohnort Informationen einzuholen.

An erster Stelle steht die Informationsbeschaffung bei Freunden, Bekannten und Kollegen. 69% greifen in ihrem Informationsverhalten auf die Empfehlungen ihres persönlich bekannten und geschätzten Umfelds zurück.

Bereitschaft für logistische Unterstützung

Als „anstrengend“ bezeichneten 51% ihren letzten Umzug. Weitere 33% bezeichneten ihn sogar als „sehr anstrengend“.

Deutsche sind Do-it-yourself-Planer beim Thema Umzug. 75% organisieren den Wohnungswechsel selbst oder mit privater unentgeltliche Unterstützung bzw. wollen alle Vorbereitungen zukünftig in Eigenregie vornehmen.

Immerhin ein Viertel steht dem Einkauf von Fremdleistungen bei den Renovierungsarbeiten gegenüber offen. Dreiviertel geben an, den Umzug als solches überwiegend selbst zu erledigen, bzw. im Fall eines bevorstehenden Umzugs erledigen zu wollen. 

Auch bei der Beschaffung von Umzugsmaterialien gibt es wenige Hürden. Der Mehrheit mit 43% fiel die Beschaffung von Umzugskartons & Co. leicht. Weitere 38% werteten sie sogar als „sehr gut“.

Bei der Suche nach geeigneter Unterstützung durch Umzugshilfen zieht jeder Zweite die Empfehlung von Freunde, Bekannte, Nachbarn und Berufskollegen zu Rate. Ergänzt wird die Suche von 77% durch Internet-Recherchen.

Entscheiden sich Privatleute für die Zusammenarbeit mit Umzugsunternehmen ist die rückblickende Zufriedenheit in punkto Termintreue grundsätzlich hoch: 42% waren zufrieden, weitere 45% sogar sehr zufrieden mit der Umzugsabwicklung. Hingegen bemängeln 17% Kommunikationsdefizite, 18% die gewünschte Sorgfalt sowie 17% das erhoffte Arbeitstempo. Im generellen Urteil ergibt sich für die Umzugsbranche jedoch ein sehr erfreulicher Wert von 89% zufriedener (54%) beziehungsweise sogar sehr zufriedener Kunden (35%).

Wenn Arbeitsleistungen beim letzten Umzug eingekauft wurden so bezieht sich das vorwiegend auf Hilfen beim Möbel auf- oder abbauen (36%) sowie dem Transport von Umzugskisten (43%).

Überhaupt scheint der Auf- und Abbau von Möbeln nicht sonderlich beliebt zu sein. Etwas überraschend geben zwei Drittel (62%) an, diesen Umzugsteil beim nächsten Wohnungswechsel am liebsten von Fachleuten vornehmen zu lassen.

Renovierungs- und Verschönerungsarbeiten

Umzugsstudie Fakten 3Befragt nach dem nächsten Umzug sieht ein Drittel vor, die anfallenden Renovierungsarbeiten von professioneller Hilfe erledigen zu lassen.

Nimmt man die Renovierungs- oder Verschönerungsarbeiten genauer unter die Lupe ergibt sich mit 74% Anteil eine klare Führung bei den Maler- und Lackierarbeiten. Auch Bodenarbeiten legen 60% lieber in die Hände von Fachleuten. Hilfe beim Küchenaufbau ist beliebt (56%) sowie bei der Durchführung von Elektrikerarbeiten (52%).

Auf der Suche nach handwerklicher Unterstützung zeigt sich eine ähnliche Situation wie bei der Recherche nach Umzugsfirmen. Besonders setzt man auf persönliche Empfehlungen durch Freunde, Bekannte, Nachbarn und Kollegen großes Vertrauen. Nahezu jeder zweite tut das (48%). Einschläge Internet-Recherchen werden von 40% vorgenommen.

Das zu transportierende Umzugsgut wird im Vorfeld kritischen Prüfungen unterzogen. 44% sehen den Wohnungswechsel als ideale Gelegenheit an den eigenen Hausrat umfassend zu entrümpeln. Teilweise entrümpelt haben weitere 44%. Lediglich 6% verzichten ganz darauf. Ein Viertel der Auftraggeber erhielt fachmännische Unterstützung bei der Entrümpelung bzw. bei der Entsorgung.

Investitionen für einen Privatumzug und dessen Finanzierung

8% der Befragten gab an für die Umzugsbewältigung einen Kredit aufgenommen zu haben. Zur Finanzierung der nachfolgenden Investitionen in der neuen Wohnung nannten 12% die Kreditaufnahme.

Bei jenen, denen ein Umzug bevorsteht sind die Werte noch höher, jeder Zehnte freundet sich mit dem Gedanken einer Kreditaufnahme für unmittelbare Umzugsleistungen an. Umzugsplaner gehen bei den nachfolgenden Investitionen sogar zu 17% von einer Darlehn-Aufnahme aus, um die Ausgaben in der neuen Wohnung zu finanzieren.

Über die Umzug-AG

Die Umzug-AG ist ein Institut für Umzugsmarktanalysen. Das Unternehmen beobachtet und bewertet das Konsumverhalten umziehender Privatpersonen in Deutschland und veröffentlichte erstmals im Jahr 2009 umfassende Studienergebnisse über das Umzugsverhalten der Bundesbürger.

Besonderes Augenmerk richten die Statistiker auf das Informationsverhalten, Planungshorizonte, Entscheidungsfaktoren und auf volkswirtschaftliche Aspekte der knapp sechs Millionen Privathaushalte, die jährlich in Deutschland mit einem Wohnungswechsel konfrontiert sind.