Urlaub für den Wohnungswechsel

Besteht gesetzlich ein Anspruch auf einen Urlaubstag?

UmzugsurlaubUmziehen kann mit der richtigen Herangehensweise zwar nicht zu einem vollkommen stressfreien Unterfangen werden, dass Umziehende schon kurze Zeit später wieder mit Begeisterung in Angriff nehmen möchten. Die richtig Organisation kann in vielen Fällen aber trotzdem dafür sorgen, dass die Mühen wesentlich geringer und auch der zeitliche Bedarf geringer ausfallen.

Spätestens beim umziehen mit einem kompletten Haushalt, in dem mehrere Personen leben, ist der Zeitaufwand generell nicht zu unterschätzen. Mal eben an einem einzigen Wochenende umzuziehen, ist eher die Ausnahme. Ganz ohne Umzugsurlaub wird es vielfach nicht gehen. Und genau dieser Sonderurlaub sollte klug geplant werden. Das gleich aus mehreren Gründen, die nachfolgend etwas genauer durchleuchtet werden sollen.

Je nachdem, wie der Kalender für das laufende Jahr aussieht, kann man die nötige Zahl der Tage beim Umzugsurlaub gering halten, indem man die so genannten Brückentage quasi für sich arbeiten lässt. Vor oder nach nach Feiertagen können Umziehende schnell an Urlaubstagen sparen, wenn sie diesen frühzeitig anmelden.

Allerdings sollte man wissen, dass man sich an Sonn- und Feiertagen mit lautstarken Renovierungsarbeiten etwas zurückhalten sollte. Sonst verscherzt man es sich im schlimmsten aller Fälle schon vor dem Einzug mit der Hausgemeinschaft. Besser, man informiert die anderen Mitparteien rechtzeitig, dass es zwischendurch vielleicht mal etwas lauter werden kann.

Berufstätige müssen besonders genau kalkulieren

Für Arbeitnehmer ist der frühe Blick auf die Brückentage aber auch allgemein von großer Bedeutung. Denn man darf nicht vergessen, dass auch der Chef und die Kollegen ihrerseits ein Wörtchen mitzureden haben. Je früher man also den Sonderurlaub anmeldet, desto besser stehen die Aussichten, dass der Plan am Ende auch in die Tat umgesetzt werden kann.

Auch ungeachtet der besagten Brückentage sollten die freien Tage natürlich möglichst geschickt gelegt werden. Beim umziehen am Wochenende, was meist mit höheren Umzugskosten durch Umzugsfirmen und Umzugswagen verbunden ist, kann man Urlaubstage einsparen, wenn man statt mehrerer Werktage vielleicht nur den Freitag oder Montag freinimmt. In Verbindung mit dem Wochenende bleiben so immerhin schon einmal ganze drei Tage, um alles zu erledigen.

Soll es in der Sommerzeit bewältigt werden, ist die rechtzeitige Planung umso wichtiger. Denn vor allem die Kollegen mit Familie sind für den eigenen Urlaub oft auf die üblichen Sommerferien von Schulen und Kindergärten angewiesen. Kinderlose Singles, die zu dieser Zeit des Jahres ihren Umzugsurlaub einreichen möchten, haben da mitunter das Nachsehen, weil sie ebenso zu anderen Terminen umziehen könnten. Zumindest theoretisch.

Arbeitgeber können aushelfen

Zu einem Problem kann der Wohnungswechsel außerdem werden, wenn Berufstätige im Schichtdienst arbeiten. Dann nämlich sind die Wochenenden häufig ganz normale Arbeitstage, so dass noch genauer abgewogen werden muss, wann man alles tatsächlich realisieren kann. Mit etwas Glück kann man sich mit den Kollegen einigen. Vor allem bei kurzfristigen Umzügen ist dies nahezu unerlässlich, wenn der Mietvertrag für die neue Wohnung bereits unterzeichnet ist.

Sparen kann sich den Urlaub mitunter, wenn man eben wegen eines neuen Jobs umzieht. Mancher Arbeitgeber hilft neuen Mitarbeitern sogar bei der Wohnungssuche oder stellt vorübergehend eine Wohnung, bis Umziehende eine Immobilie in der richtigen Größe gefunden hat. Allerdings kommen eher Mitarbeiter aus der Chefetage in den Genuss solcher Hilfestellungen. Der „normale“ Arbeitnehmer wird sich vermutlich eher selbst um alles kümmern müssen.

Auch die Helfer sind vielfach auf freie Tage angewiesen

Es sollte nicht vergessen werden, dass möglicherweise nicht nur die Umziehenden selbst Urlaub nehmen müssen. Auch die freiwilligen Helfer haben mit großer Wahrscheinlichkeit neben der Arbeit nicht uneingeschränkt Zeit, um beim packen der Umzugskartons und dem Möbeltransport aushelfen zu können. Die Festlegung des optimalen Termins ist somit gerade hinsichtlich der Helfer extrem wichtig, die vielleicht ebenfalls einen oder mehrere Tage freinehmen müssen.

Wann man seinen Urlaub nimmt hat das, wie weiter oben bereits kurz angesprochen, vor allem auch Einfluss auf die Umzugskosten. Schon der Transporter wird fast immer teurer sein, wenn man nur am Wochenende Zeit hat, denn dann sind die Tarife für Transporter fast immer höher angesiedelt als an Wochentagen. Dies lässt sich damit erklären, dass die Nachfrage der potentiellen Kundschaft für Wochenend-Termine wesentlich größer ist. Was Umzugskartons irrelevant ist, macht sich hier schnell in dramatischer Weise bemerkbar. 

Umziehen am Wochenende

Ungleich höher werden die Kosten ausfallen, wenn man am Wochenende auf die Dienste von Umzugsunternehmen vertrauen möchte. Hier werden Zulagen für Möbelpacker und professionelle Helfer fällig, die durchaus beträchtlich sein können. Manchmal gibt es aber keine Alternative zu dieser Vorgehensweise. Darum sollten Umziehende unbedingt möglichst viele Umzugsfirmen um Angebote bitten und diese ausführlich vergleichen.

So erhalten Kunden in spe eine gute Übersicht. Die Mehrheit der Umziehenden wird dabei sein wollen, wenn die erfahrenen Profis das Mobiliar abbauen, Kartons packen und den Wohnungswechsel erledigen. Man möchte nun einmal gern den Überblick behalten, auch wenn die Experten noch so professionell vorgehen. Bevor man die Angebote der Unternehmen erfragt, sollte man wissen, wann genau man wirklich den Urlaub zum umziehen nehmen kann.

Auf den ersten Blick mag es den Anschein erwecken, dass man ohne Probleme mal eben ein paar Tage freinehmen kann. In Wirklichkeit aber muss man dabei erst einmal einige wesentliche Rahmenbedingungen kennen, um nicht zum falschen Zeitpunkt freizumachen, während man weder eine Firma noch freiwillige Helfer an seiner Seite weiß. Es gilt: Immer einen Schritt nach dem anderen planen.

Sonderurlaub im Ausnahmefall

Den Sonderurlaub für die Adressmitteilung der Post nutzen.

Im Netz finden sich viele Informationen zum Umzugsurlaub für Beamte und Angestellte des öffentlichen Diensts. Die gesetzlichen Regelungen sind im Grunde eindeutig, überwiegend besteht kein Anspruch. Wie im richtigen Leben auch, bestätigen Ausnahmen die Regel. D. h. genauso wie in anderen Lebenslagen, kann der Vorgesetzte oftmals frei entscheiden und muss sich nicht zwingend an die Gesetzeslage halten.

Das gilt bei der Geburt eines Kindes genauso wie im Fall einer Hochzeit oder im Todesfall. Selbst wenn der Gesetzgeber “Nein” sagt und offiziell kein Anspruch besteht, bestehen Chancen.

Es wäre nicht der erste Fall, das ein Chef im Fall einer Silberhochzeit Gnade vor Recht ergehen lässt... Spaß beiseite. Regeln Sie die Details im persönlichen Gespräch, ggf. handelt es sich in Ihrem Fall um einen Härtefall, den z. B. Alleinstehende häufiger betreffen. Seien Sie transparent in den Motiven für den Ortswechsel und bieten Sie dem Arbeitgeber eventuelle Ausgleichsleistungen im Form von Überstunden an.

Vor dem Auszugstag selbst lässt sich eine Menge online organisieren. Dazu gehört die Information der Post und anderer Stellen. Viele Beamte und Angestellte regeln derartige Dinge in der Arbeitszeit, obschon das offiziell nicht erlaubt ist.

Tipp: Auch die An- und Ummeldungen kann man im Verhandlungsgespräch einbringen und dem Chef z. B. versprechen sich in der Umzugsphase (im Falle eines genehmigten Sonderurlaubstages) voll und ganz auf die Arbeit zu konzentrieren.